Engel
Am 29.09. feiert ist katholische Kirche das Fest der Erzengel Michael, Raphael und Gabriel. Engel als Boten Gottes kommen auch in der Musik immer wieder vor. Dieser Musikhappen betrachtet einige Auftritte himmlischer Boten etwas näher und vergleicht sie, wie immer, mit ihren biblischen Vorbildern.
Messiah
In Georg Friedrich Händels (1685-1759) Oratorium „The Messiah“ kommen immer wieder Engel zu Wort. Ihren ersten Auftritt haben sie mit dem wohl bekanntesten englischen Spruch, der heute jeden Sonntag in katholischen Messen gesungen wird: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden allen Menschen guten Willens“.
Ganz dem biblischen Text in Lk 2,10-14 folgend tritt zuerst ein Engel auf, der im Rezitativ den Hirten die Angst nimmt: „fürchtet Euch nicht, ich verkünde Euch eine große Freude für alle Völker. Euch ist heute in der Stadt David der Retter geboren, Christus der Herr“ Danach beschreibt der Erzähler, untermalt von aufgeregter, geradezu flatternder, Streicherbegleitung, wie neben dem Engel plötzlich ein ganzes Heer von Engeln erscheint und Gott preist. Besonders schön ist in diesem vierstimmigen Chor der Friede auf Erden ausgedrückt. Nach einem aufgeregten „Glory to God in the highest“ folgt ganz ruhig und tief gelegt von den Männerstimmen „and peace on earth“. Dadurch zeigt Händel, dass dieser Friede von den höchsten Sphären des Himmels bis zu den tiefsten Punkten der Erde reicht.
Concentus Musicus Wien
Arnold Schoenberg Chor
Christine Schäfer
Anna Larsson
Michael Schade
Gerald Finley
Dirigent: Nikolaus Harnoncourt
Der verwendete Bibeltext im Vergleich | ||||
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Ihren nächsten Auftritt haben die Engel, wenn Händel die erhabene Stellung des Christus im zweiten Teil des Oratoriums darstellen möchte. Dazu bedient er sich des Hebräerbriefes. In dessen erstem Kapitel legt der Autor des Briefes dar, warum Jesus über den Engeln steht. Der Librettist von Händels Messiah übernimmt (gekürzt) zwei Verse daraus (Hebr 1,5-6). Zuerst fragt der Erzähler im Rezitativ nach, welchem Engel Gott je gesagt hätte, „Du bist mein Sohn, an diesem Tag habe ich Dich gezeugt.“ – der Chor antwortet darauf mit einer Handlungsanweisung für die Engel: „Lass alle Engel Gottes ihn verehren“. Besonders das Wort „Engel“ schmückt Händel mit raschen Melismen aus. Dadurch klingt es, als ob viele kleine Engel herumschwirren würden, um dem Befehl zu gehorchen.
Concentus Musicus Wien
Arnold Schoenberg Chor
Christine Schäfer
Anna Larsson
Michael Schade
Gerald Finley
Dirigent: Nikolaus Harnoncourt
Der verwendete Bibeltext im Vergleich | ||||
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Und noch ein drittes Mal treten Engel in Erscheinung. Der Schlusschor des Messiah ist dem fünften Kapitel der Offenbarung entnommen. In seiner großen eröffnenden Vision sieht Johannes am Schluss tausende Engel, die rund um den Thron Gottes stehen und das Lamm preisen, das Johannes vorher in seiner Vision gesehen hat. Händel stellt den Chor an den Schluss seines Stückes, um Jesus klar als das Lamm zu positionieren, das Macht, Reichtum, Weisheit, Kraft, Ehre und Herrlichkeit empfängt. Interessant ist, dass das Libretto nicht ganz dem Text der Offenbarung folgt, sondern im ersten Satz zurückgreift auf den Vers 9. Darin singen eigentlich nicht die Engel, sondern noch die Ältesten und die vier Lebewesen, die vor dem Lamm niederfallen und es anbeten. Dabei erklären sie, warum das Lamm würdig ist, das versiegelte Buch zu öffnen: Weil es geschlachtet wurde und mit seinem Blut Menschen für Gott erworben hat. Diese Erinnerung an das Leiden – das bei Händel direkt auf Christus interpretiert wird, ist dem Librettisten so wichtig, dass er den Vers in den Schlusschor der Engel mit hineinnimmt. Händel beginnt den Chor mächtig und beeindruckend, indem er den Chor die ersten Verse in einem streng homophonen Satz singen lässt. Zuerst sehr getragen, largo, mit langen Noten. Dann eine emsige Aufzählung dessen, was das Lamm empfängt. Zweimal kommt dieses Largo, gefolgt von dem Andante. Als zweiter Teil des Schlusschores folgt eine Fuge, bestehend aus dem Text von Offb 5,13. Alle Geschöpfe des Himmels, auf der Erde, unter der Erde und auf dem Meer bestätigen nun, was die Engel vorher so einstimmig verkündet haben. Durch die Fuge wirkt es so, als ob diese Bestätigung wirklich von allen Teilen der Erde erklingen würde.
Das Oratorium schließt mit einer großen Amen-Fuge. In der Offenbarung kommt dieses Amen auch vor. Allerdings sprechen es nicht die Engel oder alle Lebewesen aus Erde und Himmel, sondern die vier Lebewesen.
Concentus Musicus Wien
Arnold Schoenberg Chor
Christine Schäfer
Anna Larsson
Michael Schade
Gerald Finley
Dirigent: Nikolaus Harnoncourt
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Elias
Die Geschichte des Propheten Elias in der Vertonung von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) ist wohl Mendelssohns bekanntestes Werk. Kommen schon in der Elias Geschichte, wie sie im ersten Buch der König erzählt wird, Engel vor, so legt Mendelssohn in seinem Oratorium Engeln immer wieder Psalmentexte in den Mund, die den Propheten stärken sollen. Als Elias schließlich sogar Gott selbst sieht, singen die Seraphim, wie vom Propheten Jesaja beschrieben, Gott „heilig, heilig, heilig“ zu. Besonders auffällig ist, dass das Libretto Engel als Boten Gottes sprechen lässt, wo im Bibeltext Gott selbst zu Elias spricht.
Die Nummern 1-5 stellen die verzweifelte Situation in Israel durch die lang anhaltende Dürre-Periode vor. In der Nummer 6 schickt nun ein Engel den Protagonisten des Stücks, Elias, auf den Weg zum Bach Kerit. Dort soll er auf weitere Anweisungen warten. Während Elias wartet, lässt Mendelssohn Engel auftreten, die Zuversicht mit auf den Weg geben: Wohin immer Gott auch schickt, er schickt immer auch seine Engel mit, die beschützen.
Als nun auch der Bach Kerit vertrocknet ist, schickt Gott Elias durch einen Botenengel zu seiner nächsten Station. Er soll bei einer Witwe bleiben, bis die Dürre vorbei ist. Im Libretto werden hier die Bibelverse etwas vertauscht, um die Geschichte zu raffen. Im Oratorium sagt der Engel Elias, noch bevor er sich auf den Weg macht, dass Gott dafür sorgen wird, dass bei der Witwe genug zu essen da sein wird, trotz Dürre. Sobald er bei der Witwe ankommt, beginnt die Geschichte um ihren erkrankten Sohn und das Erweckungswunder, das Elias an ihm tut. In der biblischen Vorlage kommt zuerst noch die Klage der Witwe, dass sie Elias kein Brot backen kann, weil sie kein Mehl mehr hat. Erst dann sagt ihr Elias, dass der Herr ihnen zusagt, dass der Mehltopf nicht leer werden wird, solange Elias bei ihr ist.
Balthasar-Neumann-Ensemble
Balthasar-Neumann-Chor
Elias: Michael Nagy
Genia Kühmeier
Ann Hallenberg
Lothar Odinius
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Der verwendete Bibeltext im Vergleich | ||||
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Das nächste Mal treten Engel als Quartett auf, nachdem Elias, in seinem Wettstreit mit den Baalsprophet*innen, sich in einem innigen Gebet an Gott gewandt hat und um Erhörung gefleht hat. Die Engel bestätigen sein Gebet mit Worten aus dem Psalm 55. Darin ermutigen sie Elias (und alle Beter*innen) mit ihren Anliegen zu Gott zu kommen. Das ist der richtige Ort dafür. Gott wird die Gebete der Gerechten erhören. Und wirklich, nach dem Quartett ruft Elias ganz konkret Gott an, dass er seine Geister und Engel als Feuer herabschicke – und genau das tut Gott.
Balthasar-Neumann-Ensemble
Balthasar-Neumann-Chor
Elias: Michael Nagy
Genia Kühmeier
Ann Hallenberg
Lothar Odinius
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Der verwendete Bibeltext im Vergleich | ||||
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Trotz des beeindruckenden Gottesbeweises am Karmel und obwohl durch die Umkehr Vieler durch das prophetische Wirken des Elias Gott es sogar wieder regnen hat lassen, wird Elias weiter verfolgt. Erschöpft und ausgelaugt zieht er sich zurück. Wieder sind es Engel mit einem ermutigenden Psalmtext, die Elias Hoffnung spenden sollen und ihn in seinem Schlaf stärken wollen. Psalm 121 spielt auf den Psalm 91 an, der am Anfang des Oratoriums erklungen ist. Die Engel erinnern daran, dass Gott doch schon am Anfang zugesagt hat, dass er, durch seine Engel, den Fuß derer, die er beschützt, nicht (aus)gleiten lassen wird – auch, wenn die Situation hoffnungslos erscheint.
Balthasar-Neumann-Ensemble
Balthasar-Neumann-Chor
Elias: Michael Nagy
Genia Kühmeier
Ann Hallenberg
Lothar Odinius
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Der verwendete Bibeltext im Vergleich | ||||
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Balthasar-Neumann-Ensemble
Balthasar-Neumann-Chor
Elias: Michael Nagy
Genia Kühmeier
Ann Hallenberg
Lothar Odinius
Dirigent: Thomas Hengelbrock
Der verwendete Bibeltext im Vergleich | ||||
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Elias bittet darum, dass Gott sein Angesicht nicht von ihm verbirgt. Nochmal tritt ein Engel auf, um Elias Gottes Wort auszurichten und um ihn darauf vorzubereiten Gott zu sehen. Mendelssohn dreht hier wieder ein bisschen am Bibeltext. Zuerst fällt im Vergleich auf, dass im Buch der Könige der HERR selbst zu Elias spricht und nicht der Engel. Und dann ist es so, dass bei Mendelssohn Elias gleich auf den Berg hinaustritt und die Anweisung, dass Elias sein Haupt verhüllen soll, dem Engel in den Mund gelegt wird, während es im Bibeltext Elias‘ eigene Erkenntnis ist, nachdem er hört und sieht, dass Sturmwind, Feuer und Erdbeben vorüberziehen und schlussendlich das sanfte, leise Säuseln ankommt.
Balthasar-Neumann-Ensemble
Balthasar-Neumann-Chor
Elias: Michael Nagy
Genia Kühmeier
Ann Hallenberg
Lothar Odinius
Dirigent: Thomas Hengelbrock
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Schöpfung
In der Schöpfung von Joseph Haydn (1732-1809) haben drei Engel eine ganz besondere Rolle. Gabriel, Raphael und der nichtbiblische Engel Uriel führen als Erzähler durchs Oratorium. Jedes Rezitativ im ersten und zweiten Teil ist einem Engel zugeschrieben. Raphael wird vom Basssolisten gesungen, Gabriel von der Sopransolistin und Uriel vom Tenorsolisten.
Bei genauerem Hinsehen entdeckt man, dass jeder der drei Engel sich bestimmter Teile der Schöpfung annimmt.
Uriel (Tenor) ist für die besonders strahlenden, göttlichen Teile der Schöpfung zuständig: Schon sein Name verrät es. Uriel bedeutet „mein Licht ist Gott“. Dementsprechend besingt er die Erschaffung des Lichts, die Sterne am Himmel, den ersten Sonnenaufgang und den Mond. Als strahlendste Schöpfung Gottes besingt Uriel auch die Erschaffung des Menschen und den ersten Morgen des glücklichen Paares.
Raphael (Bass) tritt immer dann auf, wenn Gott große Naturgewalten oder starke, potenziell gefährliche Tiere erschafft. Das beginnt damit, dass er das Chaos vorstellt und danach die verschiedenen Formen von Wasser, die Gott schafft. Von Stürmen und Fluten bis zum „leichten, flockigen Schnee“. Seinen nächsten Auftritt hat Raphael, wenn er die Trennung von Land und Wasser besingt. Im Tierreich besingt Raphael die großen Tiere zu Wasser und zu Land: Walfische, den Leviathan, Löwen, Tiger und Hirsche, aber auch Rinder und Schafe. Außerdem sind auch die „niederen“ Landtiere wie Insekten und Würmer seine Aufgabe.
Der Engel Gabriel (Sopran) beschreibt die lieblichen Seiten der Natur und die Tiere der Luft: Gras, Kräuter und Obstbäume, Adler, Lerchen und Tauben fallen in seinen Zuständigkeitsbereich. Dreimal singen alle Engel gemeinsam einen Lobpreis Gottes. Das erste Mal geht es darum, wie weitreichend das Wort Gottes ist. Das zweite Mal um die unfassbare Zahl der Werke Gottes und das dritte Mal um die Allmacht Gottes die, genauso schnell wie sie alles gibt, alles auch wieder nehmen kann.
Ganz am Ende des Werkes tritt der Engel Uriel nochmal auf und mahnt Adam und Eva (und durch sie uns alle) besser vorsichtig und bescheiden zu bleiben. Abgesehen davon, verbirgt sich darin doch auch ein zarter Hinweis darauf, dass die menschliche Geschichte nicht so idyllisch weitergegangen ist, wie sie hier beschrieben wird:
„O glücklich Paar, und glücklich immerfort,
Wenn falscher Wahn euch nicht verführt,
Noch mehr zu wünschen als ihr habt,
Und mehr zu wissen als ihr sollt!“
Concentus Musicus Wien
Musikalische Leitung: Stefan Gottfried
Bachchor Salzburg
Einstudierung: Alois Glaßner
In Paradisum
Auch im Sterben stehen Engel begleitend und erwartend zur Seite. Eines der wohl bekanntesten Antiphone, die Teil vieler Requiem-Vertonungen wurde, beginnt mit den Worten „In paradisum“ und erzählt von den Engeln, die die Verstorbenen ins Paradies begleiten. Die Antiphon stammt aus dem 7./8. Jahrhundert und war ab da Teil der Sterbeliturgie. Um das 15. Jahrhundert herum wurde sie mit einer anderen Antiphon zusammengefügt, die mit dem Text „Chorus Angelorum“ beginnt. Biblische Anleihen nimmt der Text mehrfach. Einerseits bei der Vorstellung vom heiligen Jerusalem, das im Buch der Offenbarung beschrieben wird: Im 21. Kapitel der Offenbarung sieht Johannes das neue Jerusalem, das Gott für alle, die erlöst werden, bereitet hat. An dieses Bild erinnert die Antiphon.
Andererseits spielt der Text im zweiten Teil auf eine Stelle im Lukasevangelium an. Lk 16,19 erzählt, wie der arme Lazarus von Engeln in die Arme Abrahams getragen wird. Hier kommen ganz konkret Engel als Begleiter vom Leben in den Tod vor.
Der verwendete Bibeltext im Vergleich | ||||
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Die Antiphon wurde oft vertont. Einige Versionen sollen zum Vergleich hier vorgestellt werden.
Zum Start die Grundlage für alle weiteren Vertonungen, der gregorianische Choral zu „In Paradisum“.
Deller Consort
Als nächstes Beispiel die Vertonung des „In Paradisum“ von Maurice Duruflé (1902-1986) in seinem Requiem. Hier singt der Chor zunächst einstimmig mit Orchesterbegleitung die Antiphon in der Melodie des gregorianischen Chorals bis zum Ende der ersten Strophe. Ab „Chorus Angelorum“ steigert sich ein gemischter Chorsatz bis zum „quondam paupere“, um in der letzten Zeile ganz ruhig die ewige Ruhe zu besingen.
Atlanta Symphony Orchestra
Atlanta Symphony Chorus
Dirigent: Robert Shaw
Vorbild für Duruflé’s Requiem war die Requiem-Vertonung von Gabriel Fauré (1845-1924). Die Werke ähneln sich in Aufbau und darin, dass sie von der Grundstimmung her tröstende Stücke sein wollen. Auch Fauré hat in seinem Requiem den Text des „In Paradisum“ aufgenommen. Auch bei ihm ist der erste Teil der Antiphon für einstimmigen Chor komponiert, begleitet von Orgel und Streichern. Erst beim Wort „Ierusalem“ steigen der mehrstimmig gesetzte Chor und weitere Teile des Orchesters mit ein. Gemeinsam steigern sie das Wort durch mehrere Wiederholungen. Das System wiederholt sich in der zweiten Strophe. Wieder wird der Text einstimmig gesungen, diesmal zusätzlich auch von einer Harfe begleitet, bis in der letzten Textzeile mit dem Wort „aeternam“ zuerst die Bläser und dann der restliche Chor hinzukommen/erklingen.
Ensemble Musique Oblique
La Chapelle Royale
Les Petits Chanteurs de Saint-Louis
Dirigent: Philippe Herreweghe
Benjamin Britten (1913-1976) hat ganz am Schluss seines War Requiem die Antiphon „In Paradisum“ vertont. Britten hat in seinem Werk die lateinischen Texte der Totenmesse einerseits um Texte wie das „Libera me“ oder eben das „In Paradisum“ ergänzt, vor allem aber hat er zwischen die Texte englische Gedichte gestellt. Anlass für die Komposition war die Wiedereinweihung der Kathedrale in Coventry 1962. Der Angriff der deutschen Luftwaffe auf Coventry 1940 war der erste, bei dem bewusst auch die Zivilbevölkerung angegriffen wurde. Die Uraufführung des Requiems bei der Wiedereinweihung der Kathedrale hatte große Symbolkraft.
Das Werk ist sehr groß besetzt. Besonders stechen hier die zwei Orchester heraus. Ein kleineres Kammerorchester begleitet den Tenor- und den Baritonsolisten, die die englischen Gedichte gestalten. Ein großes Symphonieorchester gestaltet, gemeinsam mit einem Knabenchor, einem gemischten Chor und einer Sopransolistin, die lateinischen Messtexte.
Im „In Paradisum“ ganz am Ende des Werks kommen all diese Elemente erstmals zusammen. Tenor- und Baritonsolist singen die letzte Zeile eines Gedichtes „Let us sleep now“, das wie ein Schlaflied wirkt. Dazu kommt der Knabenchor, der zuerst einstimmig die Antiphon „In Paradisum“ singt. Nach und nach steigen alle Solist*innen, beide Orchester und beide Chöre in diese Utopie ein. Aber so idyllisch lässt Britten das Stück nicht enden. Nach dem „In Paradisum“ beendet er das Stück mit dem Text „Requiem aeternam dona eis, Domine. Et lux perpetua luceat eis. Requiescant in pace. Amen.“ Plötzlich ist der vorherige Frieden wieder vorbei. Der Chor singt A-Cappella und die Glocken, die am Beginn des Stückes zu hören waren, erinnern daran, wie fragil dieser Frieden ist.
London Symphony Orchestra
Melos Ensemble
London Symphony Chorus
The Bach Choir
Highgate School Choir
Dietrich Fischer-Dieskau
Sir Peter Pears
Galina Vishnevskaya
Simon Preston
Dirigent: Benjamin Britten
Eva Puschautz